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Die zuckersüsse Sklaverei

Sklaven

Es gibt vielerlei Versionen und Arten die Geschichte zu erforschen, zu erklären und zu schildern. Schnell kann man sich dabei verzetteln wie in einem unglaublichen Gebilde von Wurzeln. Wurzeln von einer Pflanze zum Beispiel die zu der Art Gräser gehört vielleicht?

Soll wirklich die Geschichte mit Gras entscheidend gewesen sein für die Insel Hispaniola? Eine Insel die Heute von den beiden Nationen Haiti und Dominikanische Republik bewohnt wird.
Ja die Geschichte dieser Region hat sehr viel mit einer Graspflanze zu tun welche ihren Ursprung in Ostasien hat. Gut wenn man diese schilfähnliche, mehrjährige Pflanze betrachtet, denkt man wohl eher weniger an Gras – die Rede ist von der Zuckerrohrpflanze, Zuckerrohr (Saccharum officinarum) – eine Pflanze welche der Menschheit Gold und Elend beschert hat.

In Wikipedia kann man sehr gut Nachlesen was Zuckerrohr ist.

Zucker wurde schon sehr früh entdeckt und schon weit vor Christus wurde Zuckerrohr gekaut wie Funde nördlich von Australien in der Inselgruppe Melanesien belegen. Auch Ahornbäume nutzte man für den Ahornsirup. Eine Form der Zuckergewinnung die bis Heute eingesetzt wird.

Doch wir sprachen anfänglich von Wurzeln – vom verzetteln. Und an dieser Stelle wollen wir bei den Wurzeln der Geschichte der Insel Hispaniola bleiben. Und zwar von dem Teil der nach der Entdeckung und Kolonialisierung der Insel stattfand. Den Zuckerrohr, welches man nur erschwert in Europa anbauen konnte, gelang zu Beginn in Portugal der eigentliche Durchbruch.

Was hat Madeira mit Zuckerrohrplantagen zu tun?
Als die Portugiesen 1419 die unbewohnte Insel Madeira (wieder-) entdeckten, fanden sie dort optimale Bedingungen für den Zuckerrohranbau vor. Heinrich der Seefahrer liess schon nur 6 Jahre später Stecklinge aus Sizilien importieren und auf Madeira anpflanzen. Schon 1451 wurden erste Zuckerrohrfabriken hochgezogen und Madeira belieferte von da an ganz Europa mit Zucker. Ein regelrechter Hype um das “weisse Gold” entstand.
João Esmeraldo aus Flandern wurde einer der reichsten Zuckerhändler. In seinem ehemaligen Haus in Funchal auf Madeira befindet sich heute das Zuckermuseum.

Nur was hat diese ehemals unbewohnte Insel von Portugal mit der Insel Hispaniola in der Karibik zu tun? Was soll da die Geschichte beeinflusst haben?

Hispaniola
Hispaniola

Nun mit Zucker liessen sich damals enorme Summen verdienen und das restliche Europa riss sich um diese süsse Köstlichkeit. Italiener, Franzosen, Engländer und Spanier stiegen auf Madeira in den Zuckerhandel ein und häuften riesige Reichtümer an.

Aber die Plantagenarbeit und die Produktion erforderten eine sehr hohe Anzahl von Arbeitskräften, und so begannen die Portugiesen als erste mit Sklavenhandel im grossen Massstab. Sklaven holen in anderen Ländern, Menschen versklaven wurde als legitimer Geschäftszweig erachtet. Und so kam es auch bald dazu dass andere Kolonialmächte sich dieser Arbeitskraftbeschaffung anschlossen und daraus einen neuen Erwerbszweig machten. Sklaven aus Afrika wo man diese gerade brauchte.

So also auch auf der Insel Hispaniola wo man die Ureinwohner sozusagen ausgerottet hatte und dann niemand mehr hatte für die Arbeit auf dem Feld und Hof. Sklaven aus Afrika wurden eingeführt um den Kolonialmächten Ihre Arbeit zu verrichten und diese unmenschliche Praxis der Europäer führte schlussendlich zu einer „Neubesiedlung von Hispaniola durch dunkelhäutige Sklaven welche auf der ganzen Insel Ihre Dienste verrichten mussten. Selbstverständlich auch hier unter anderem auf den Zuckerrohrplantagen. Es gab keine Afrikaner zweier Gruppen, keine zwei Afrika – erst die Kolonialmächte auf der Insel teilten die Insel auf in Haiti und die Dominikanische Republik – und das führte dazu, dass die Menschen mit dem gleichen Ursprung Heute nicht mehr Afrikaner sind sondern zwei Nationen welche eigentlich Ihre Herkunft und Ihren Ursprung nicht mehr kennen. Beziehungsweise, die Haitianer sehr wohl kennen und leben, während die „erhabeneren“ Dominikaner diesen Abschnitt meist verleugnen und erzählen dass Sie von Spanien kommen.

Nur eine der vielen Geschichten in der Geschichte der Insel die einst von Tainos bewohnt war. Nur eine der Wurzeln eines Volkes, einer Geschichte und einer Pflanze. Vielleicht aber auch eine Wurzel des Übels das man weisse Herrenrasse nannte – man kann es auf vielerlei Arten betrachten.

Weiterführende Links:

Zuckerrohrpflanze

Ahorn Sirup

Geschchte vom Zucker

Dann kam Rübenzucker

Kolonien Europas

 

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